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Mein Hund jagt – Antijagdtraining?

  Mein Hund jagt. Eines der Haupthemen in den Hundeschulen. Wundert Sie das? Mich nicht. Jagen gehört zur Überlebensstrategie des Hundes. Der Jagdtrieb ist angeboren, bei manchen Rassen ausgeprägter als bei anderen, aber er ist da. Der Canis Lupus familiaris stammt vom Wolf ab, so heißt es zumindest in den meisten Fachbüchern. Unsere Haushunde unterscheiden sich zwar durch ihre natürliche Anpassung schon sehr von den Wölfen in ihrer Art, aber Beutegreifer sind sie trotz Allem noch. Jeder Hund, jeder Rasse zeigt von Welpenalter an Jagdverhalten. Ob er nun hinter der Hand des Besitzers herjagt, hinter dem Ball, hinter seinen Geschwistern, oder hinter den Kindern der Familie. Der eine zeigt es spritziger, der Andere hoppelnder, der Eine gibt schneller auf, der Andere ist hartnäckiger, zielstrebiger dran. Dies ist spielerisches Einüben von Jagdsequenzen. Also: "Mein Hund jagt!" Ja logisch. 🙂 Jetzt ist es in der heutigen Zeit nicht mehr so ungefährlich für den Hund, wenn er auf Jagd geht. Also, was kann ich dagegen tun? Problem 1:  Jagen ist selbstbelohnend für den Hund. Es werden Hormone bei der Jagd ausgeschüttet, die den Hund puschen und ihm Spaß bereiten, manche werden richtig süchtig nach diesem Kick. Ein Hund, der sonst super auf Rückruf mit Leckerchen und Clicker reagiert, lässt uns links liegen, wenn er einen Jagdreiz geboten bekommt. Warum? Er ist in der Regel satt, also jagt er nicht aus Hunger. Und der Reiz eines von der Hand ins Maul geschobenen Leckerlies im Vergleich zu der bei einer Jagdsequenz ausgeschütteten Ladung Glückshormone...hm, für was meinen Sie, entscheidet sich der Hund? Lösungsansatz1: Adäquaten Ersatz bieten. Wenn der Hund hetzen wollte, muss ich ihm was bieten, wobei er mit mir was hetzen darf. Also ein Spieli oder Leckerlie werfen oder jagen lassen. Ich spiele "Fangen" mi meinem Hund. Wollte er gerade eher einer Nasenspur nach, biete ich ihm was zum Schnuppern; lege eine Spur oder verstecke sein Spieli usw. Lösungsansatz2: Kosten-Nutzen-Rechnung in Richtung Wild gleich 0. Jedes Säugetier stellt für alle Situationen in seinem Leben diese Rechnung automatisch auf. In der Natur muss man mit seinen Energien haushalten und kann sie nicht sinnlos vergeuden. Wir als Menschen, können uns hier Hilfsmittel zu Nutze machen. In diesem Fall hat sich die Schleppleine bewährt. Ich blockiere den Hund, indem ich auf der Leine stehe. Jetzt verplempert er seine Energie, in dem er von uns weg möchte und bekommt aber in der Summe nichts raus. Wenn er sich dann uns zuwendet, bekommt er von uns die an die Situation angepasste Belohnung wie oben beschrieben. Problem 2: Auch wenn ich dem Hund was biete, was eine Jagd annähernd ersetzen könnte, verpasst man oft den Zeitpunkt, an dem man den Hund noch abrufen, stoppen könnte. Ist er erstmal losgestartet, wird es schwer. Lösungsansatz1: Körpersprache beobachten und richtig deuten. Kein Hund rennt los, ohne es vorher mit seinem Körper anzuzeigen. - Nase wittert (meist von hinten schlecht sichtbar) - Blickkontakt in eine Richtung, länger als 3 Sekunden. Es wird ziemlich wahrscheinlich, dass er sich gleich in Bewegung setzt - Bewegung wird langsamer, er richtet sich gerade, wird evtl. etwas tiefer - Gewichtsverlagerung geht nach vorne - wenn sich die Öhrchen nach vorne bewegen, ist es schon fast ein bisschen spät Lösungsansatz2: Impulskontrolle. Den ersten Impuls des Hundes, loslaufen zu wollen, stoppen können. Hier hat sich bei uns das Reizangeltraining bewährt. An einer Art Angel (im Shop erhältlich), hängt ein Gegenstand, den der Hund toll findet. Das kann ein Ball, ein Stofftier, ein gefüllter Futterbeutel, oder was auch immer sein. Jetzt kann ich dosiert mit dem Hund üben, diesem Reiz zu widerstehen, in dem ich ihm rechtzeitig durch Kommandos zu verstehen gebe, was er tun oder lassen soll. Als Belohnung darf er dann auch kontrolliert seinen Jagdtrieb abreagieren. Mit der Reizangel kann ich dann dosiert den auslösenden Reiz steigern und somit die Impulskontrolle trainieren. Auch kann ich diese Sequenzen nutzen, um meinen Hund zu beobachten und einen Blick dafür zu entwickeln, wie er mir anzeigt, dass er gleich losrennen möchte. Dies ist kein Patentrezept, wie ich meinen Hund vom Jagen abhalte. Der Erfolg hängt sehr vom richtigen Timing ab. Auch davon, wie oft und wie konsequent ich dies mit meinem Hund übe. Wichtig ist vor allem, dass der Hund, durch richtiges Management (Schleppleine),  keine Gelegenheit bekommt, sich erfolgreich von mir, trotz Kommando zu entfernen (Kosten-Nutzen). Sonst wirkt ein Verstärker. "Wenn ich es ab und zu schaffe, muss ich nur noch hartnäckiger und schneller sein, um es auch immer wieder zu schaffen." Sollten sie doch, trotz aller Vorsicht und guter Vorsätze, verschlafen haben und der Hund entfernt sich von ihnen in jagender Absicht, sparen sie sich den sinnlosen Rückruf- oder Stoppversuch. Der Hund wird ihn registrieren und daraus lernen, dass sie gar nichts erreichen können mit ihrem Rufen. Es wirft sie im Training zurück. Also, verschlafen, sich selber auf die Finger klopfen und nächstes mal besser aufpassen und weiter im Training.